Gated Communities: Gefangen im goldenen Käfig

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2013, kurz nachdem Snowden die Beweise für den überwachungs-technischen Amoklauf der NSA lieferte, schrieb ich in der Zeit:

Das Netz ist nicht zu der schönen neuen, offenen und gleichberechtigten digitalen Welt geworden von der die Nerds und Geeks in den Neunzigern geträumt hatten. Wohin wir schauen, finden wir geschlossene Systeme, geheime Codes, unfreie Standards und Hintertüren für Geheimdienste. Willkommen in der globalen Gated Community!

Dabei waren einst offene Standards der Schlüssel zur Erfolgsgeschichte des Netzes. Bruce Schneier schreibt, die Geheimdienste hätten den Gesellschaftsvertrag der Netzbewohner kaputt gemacht. Doch wie frei ist ein Vertrag, den ich mit einem Monopolisten schließe?

Als Bürgerrechtlerin sehe ich den Trend zu starker Konzentration von Marktmacht in den Händen einiger weniger mächtiger Plattform-Betreiber mit Sorge. Als studierte Ökonomin wundert mich diese Entwicklung jedoch keineswegs. Sie ist das direkte Ergebnis von Marktstrukturen, die Monopole zum wahrscheinlichsten Ergebnis werden lassen, wenn man die „unsichtbare Hand“ des Marktes nur lange genug machen lässt. Auf dem 32C3, der wichtigsten deutschen Hackerkonferenz, war es mir daher eine große Freude einen Vortrag über die „Gated Community“ schlechthin zu halten: Facebook. Anhand von Facebooks geschlossener Gesellschaft erkläre ich was die wichtigsten ökonomischen Effekte auf dem Markt für soziale Netzwerke sind und zeige, warum dezentrale Alternativen wie Diaspora es so schwer haben zu bestehen. Für alle, die den großartigen Kongress verpasst haben: Das Video des Vortrags ist jetzt auch online:

decentral

2 Gedanken zu „Gated Communities: Gefangen im goldenen Käfig

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