Ein Telekom-Techniker ersetzt keinen Staatsanwalt

TelekomSnowden-Dokumente geben Grund zur Annahme, dass die NSA Zugriff auf die Telekom-Infrastruktur hat. Die Rechtsanwälte gegen Totalüberwachung rufen dazu auf, sich bei der Telekom zu beschwerden und sie dazu aufzufordern, zum Schutz ihrer Kunden Strafanzeige zu stellen. Statt Strafanzeige zu stellen, gab das Unternehmen nämlich bekannt (Telekom-Blog):

„Bisher gibt es also nicht mehr als ein Chart mit einem roten Kringel.“

Die Snowden-Dokumente haben sich bisher stets als authentisch herausgestellt. Ich beteilige mich an dem Aufruf und fordere die Deutsche Telekom dazu auf, Strafanzeige zu stellen. Ein unkontrollierter massenhafter Zugriff deutscher Geheimdienste auf private Daten von Telekom-Nutzern ist für mich im Übrigen genauso inakzeptabel wie der Zugriff durch ausländischer Geheimdienste. Telekom-Techniker ersetzen keinen Staatsanwalt. Ich erwarte, dass die Deutsche Telekom Strafanzeige gegen die NSA und den britischen Geheimdienst GCHQ stellt und sich glaubhaft für eine Aufklärung einsetzt.

Das Musterschreiben habe ich um einige persönliche Punkte ergänzt. Als Bürgerrechtlerin organisiere ich regelmäßig unter Nutzung moderner Medien Protest gegen die Geheimdienst-Überwachung und zahlreiche Journalisten-Kontakte sowie die Kommunikation mit meinem Anwalt rund um meine Verfassungsbeschwerde gegen ein Überwachungsgesetz fanden über das Telekom-Netz statt. Daher erwarte ich, dass die Deutsche Telekom glaubhafte Anstrengungen unternimmt, um die Aufklärung zu beschleunigen:

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Macht mit bei der Aktion der Rechtsanwälte gegen Totalüberwachung. Das Porto hat man durch das Gefühl nach dem Einwurf des Brifes schnell wieder raus.

7 Gedanken zu „Ein Telekom-Techniker ersetzt keinen Staatsanwalt

  • Christian
    19. September 2014 at 18:50

    Deine Fragen wird dir Katta nicht beantworten können. Das ist es doch, diese allgegenwärtige Intransparenz, Abwehrhaltung, Verzögerung und so weiter und so fort.
    Modifiziere das Musterschreiben in eine Anfrage um, die auch für deinen Provider passt.

  • Den Musterbrief finde ich wirklich super, für alle die noch beim großen T an den Kabeln und Antennen nuckeln.

    Was ist mit Leuten die keinen T-Anschluss mehr haben und auch keinen Reseller-Kunde sind? Könnte man sagen, dass praktisch jeder Datenverkehr in Deutschland irgendwann auch über Telekom-Backbones läuft und somit jeder (auch Nicht-T-Kunden) dieses Schreiben schicken könnten?

    Wie sieht es mit meinem eigenen Provider (derzeit Primacom (TV-Kabel)) aus? Der verschickt ja auch weiter ins Telekom-Netz, oder? Kann ich den unter Druck setzen?

  • Für die, die das Porto sparen wollen, da ja der Rene nicht mehr der Chef ist, hier die Emailadresse des aktuellen Vorstandsvorsitzenden: timotheus.hoettges@telekom.de
    Das Backoffice der Telekom reagiert relativ schnell.

    Man kann sie nur mit Anfragen und Beschwerden permanent beschäftigen, wenn auch nur Backoffice-worker vorgefertigte Textbausteine zurückschicken, sichert oder schafft es doch wenigstens ein paar Arbeitsplätze. Eine komplette Aufklärung ist sicher nicht zu erwarten, Höttges wird einfach den Profalla machen. Hach, ich werde in Zukunft auch unliebsame Dinge einfach für beendet erklären, fertig.

  • Gibt es nicht die Möglichkeit im Rahmen von Störhaftung oder ähnlichen die Telekom selbst zu verklagen?

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