Die Kinder sollen es besser haben, sagen sie – und handeln, als würden wir bald in der Sintflut ertrinken


„Wenn man einmal alle Feel-Good-Literatur über meine Generation außen vor lässt, bleibt eine beängstigende Tatsache: Seit 1945 war unsere Gesellschaft nie so ungleich wie heute. Nie zuvor war die Schere zwischen Arm und Reich so groß. Die heutigen Rentner erleben, verglichen mit dem was kommen wird, ein letztes goldenes Zeitalter des Sozialstaats. Ihren Kindern hinterlassen die Alt-68 einen Schuldenberg inmitten des entfesselten Turbokapitalismus. Aufgewachsen in der Überflussgesellschaft nagt eine ganz neue Sorge an uns: Wir könnten die erste Generation sein der es nicht besser gehen wird als ihren Eltern. Dabei ist genau das, was sich alle Eltern für ihre Kinder wünschen.“

In einem heutigen Gastbeitrag im FAZ-Blog von DonAlphonso habe ich einige Worte zum großen Generationen-Dilemma getippt. Viel Freude beim Lesen!

Inhaltlich schließt es an andere Beiträge zum Thema Generationengerechtigkeit von mir an:

(Bild: CC-BY Peggy Reimchen )

3 Gedanken zu „Die Kinder sollen es besser haben, sagen sie – und handeln, als würden wir bald in der Sintflut ertrinken

  • Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks, macht der Kapitalismus dort weiter, wo er in der BRD durch die Existenz der DDR ein wenig sozialer sein musste. Egal welche Themen du dir raussuchst, GEZ, Steuern, Maut, Datenschutz, NSA-Skandal, Euro-Krise, Rentenunreform, Sozialabbau, Leiharbeit, Werksverträge, Überwachung, Waffenlieferung, Medienmanipulation und so weiter und so weiter. Das System Kapitalismus ist die Wurzel allen Übels. Ich möchte bestimmt keinen Sozialismus wie in der damaligen DDR (habe dort 28 Jahre gelebt) oder Polen(habe dort immer wieder im Sommer Urlaub gemacht) wiederhaben. Aber ich möchte ALTERNATIVEN zum existierenden Turbo-Self-Optimum-Kapitalismus. Und ja, den Großeltern geht es heute besser als den Enkeln. Das ist so eine traurige Erkenntnis. Ich denke, das spüren doch die Menschen längst, aber bloß nichts ändern, bloß keine Alternativen in der verordneten Alternativlosigkeit. Alles tot reden, was auch nur das Wachstumsgerede in Frage stellt. Existiert in der Natur ein grenzenloses Wachstum?
    Ich lese deinen Blog immer wieder sehr gern, weil du die Themen beschreibst, die mich auch immer wieder beschäftigen. Irgendwann kommt jeder halbwegs begabte Mensch zu den gleichen Erkenntnissen, die gleiche Empörung, die gleiche Wut, die gleiche Resignation, die gleiche Ohnmacht. Der Zeitgeist muss sich ändern, und wird er auch, fast jeder 2., der in 15 Jahren in Rente gehen wird, lebt dann in Armut. Er wird nicht einmal 800 € Netto Rente bekommen. Wahrscheinlich wird erst dann eine Generation begreifen, was und wen sie eigentlich die ganzen Jahre gewählt hat.
    Ein Mensch muss eine Hoffnung, eine Perspektive haben im Leben, ich sehe momentan auch nur einen langen dunklen Tunnel, nicht mal am Ende das kleine Licht.

  • 2.043.025.299.910 € und ständig steigend – wer behauptet der Staat sei noch liquide lügt faustdick…
    Ich könnte mir vorstellen, dass alle die heute Kinder großziehen sich einmal fragen müssen – wann sie von ihrem Nachwuchs für das hinterlassene Erbe verkloppt werden!
    Aber so richtig, mit teeren und federn und so :>

    Es lebe die Bundesrepublik Deutschland GmbH

  • Ja, man ist immer wieder nah dran und verfehlt dann leider doch das Ziel. Das Problem kann ja nicht die Distanz zwischen Arm und Reich sein. Das Problem ist, das heutzutage bereits sehr viele Absolventen der Hochschulen schon chancenlos dastehen. In Deutschland mag man das noch sehr gut vertuschen können. Andernorts (Spanien, Griechenland, Portugal, Italien usw) sieht es da schon anders aus. Da ist der Absolvent bereits glücklich wenn er die Stelle an der Tankstelle bekommt. Und ein bißchen weitergedacht: Wenn es schon die Akademiker so hart trifft, wie sieht es dann bei den anderen so aus?

    Liedgut gibt es zur Thematik auch – wer Ohren hat, zu hören, der höre!
    http://www.youtube.com/watch?v=azaWXW0s2hc

    Und welches Problem liegt dem allem nun zugrunde? Ihr seht euch als Waren die such gut verkaufen können müssen. Dumm nur, das es von dieser Ware Mensch bereits zu viel gibt. Und laut Angebot und Nachfrage sinkt damit der Wert der Ware.

    Wer in Warenkategorien denkt und sich selbst als Ware sieht, der hat in dieser Konstellation bereits verloren. Da hilft auch der fünfte Bachelor und der dritte Doktortitel nicht weiter.

    Da ist auch die Fixierung auf Schuldenthematiken, Verteilungsproblematiken, „Mehr Bildung“ nur noch schmückendes Beiwerk und verzweifelter Rettungsanker.

    Die Marktwirtschaft an und für sich stellt das Problem dar.

    Erst wenn man das erkannt hat, kann der Mensch wieder von der Ware zum Menschen werden. Eine entsprechende Politik wird man natürlich nicht bekommen.
    Das ist im verlinkten Artikel von DonAlphonso sehr richtig erkannt worden. Die Altersdemenz (die nun mehrheitliche auftritt) wird das zu verhindern wissen. Damit hat man nicht nur ein Problem mit dem Wirtschaftssystem sondern auch noch mit dem politischen System. Es wird nicht besser.

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