Meine Zeit im Bundesvorstand

Ich werde aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wieder für den Bundesvorstand kandidieren. Das letzte Jahr war wahnsinnig aufregend und ich habe extrem viel gelernt. Gerne würde ich die Zeit zurückdrehen und mit der Erfahrung, die ich im letzten halben Jahr gesammelt habe, noch einmal alles besser machen. Ich habe viele Menschen getroffen, die unglaubliches geleistet haben und für die es sich allemal lohnt diesen Job zu machen. Menschen mit Idealen und einer tiefen Überzeugung, dass wir Demokratie anders und besser gestalten können.

Im Studium habe ich mich viel mit dem Thema Macht und Politik auseinandergesetzt. Ich wollte nie ein Berufspolitiker werden. Zugleich weiß ich aber auch, dass mich die Politik nie loslassen wird. Ich bin Bürgerrechtlerin und das ist fester Bestandteil meines Lebens. Ein Leben, in dem ich morgens die Zeitung aufschlage und nicht das Verlangen habe Missstände zu beheben, ist für mich nicht vorstellbar. In meiner Familie gab es einige Menschen, die alles stehen und liegen gelassen haben, um für Freiheit zu kämpfen. Man kann immer etwas bewegen, wenn man Gleichgesinnte findet, die mit einem für eine gute Sache streiten. Ich weiß, diese Partei ist voller Menschen, die bereit sind für Veränderung zu kämpfen. Ich weiß, ich bin nicht allein. Diese Partei ist voller Ausnahmetalente, denen ich guten Gewissens meine Stimme geben würde.

Wieder für das Amt der Politischen Geschäftsführerin zu kandidieren würde eine Dreifachbelastung von Studium, Arbeit und Bundesvorstand in den nächsten drei Monaten bedeuten. Das kann ich mir weder zeitlich noch finanziell erlauben. Mir ist es wichtig, mein Studium zu beenden und dafür brauche ich einige Monate Zeit, in denen ich mich voll und ganz darauf konzentrieren kann. Das Thema wird etwas sein, was mir auch politisch sehr am Herzen liegt: Marktregulierung von Monopolen bei Sozialen Netzwerken (Nerdig, ich weiß..). Zugleich weiß ich, dass diese Partei gerade jetzt Leute an der Spitze braucht, die Zeit in die Arbeit im Bundesvorstand stecken können. Das ist bei mir derzeit nicht in dem Rahmen möglich. Bei meiner letzten Kandidatur habe ich angekündigt lediglich 30 Stunden die Woche in Parteiarbeit stecken zu können. Aber ich bin nicht der Typ Mensch der sich an so etwas hält, wenn mir etwas wichtig ist, will ich auch alles geben. Im Wahlkampf haben ich mich gerne voll reingehängt und ich würde es auch wieder tun. Nur brauche ich jetzt eben Zeit um meine Ausbildung erst einmal zu beenden.

Ich danke ganz vielen tollen Menschen, die mir in den letzten Monaten geholfen haben. Allen voran meinem „Team-Katta“, das meine Mails sortiert, Anrufe beantwortet und Termine für mich koordiniert hat. Ohne Euch wäre das nicht machbar gewesen. Ebenso danke ich allen, die mir auf der Wahlkampf-Durchreise in den letzten Monaten eine Couch geliehen haben, Menschen und Arbeitsgruppen, die mir bei der Vorbereitung von Terminen zur Seite standen und mich begleitet haben. Ich sage Danke für einen riesigen Berg an Unterstützung und viel konstruktive Zusammenarbeit. Ich danke unseren vielen Beauftragten, die hinter den Kulissen großes leisten und unseren Angestellten, die im Wahlkampf mit mir Überstunden gemacht haben. Und meinen Freunden dafür, dass sie immer zur Stelle waren.

Das war ein episches halbes Jahr und ich würde es wieder tun, wenn wieder Mai 2013 wäre. Doch jetzt ist es an der Zeit, dass jemand anders übernimmt. Wie gesagt: Wenn es eines gibt, was dieser Partei ganz bestimmt nicht fehlt, dann sind es wohl Menschen, die bereit sind sich den Arsch aufzureißen für eine lebenswerte Demokratie. 😉

P.S.: Am 6. Dezember tagt die Innenministerkonferenz in Osnabrück, begleitet von einer Demo gegen neue Überwachungspläne und ich biete dem neuen Bundesvorstand gerne meine Couch an.

7 Gedanken zu „Meine Zeit im Bundesvorstand

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