AfD = Angst für Deutschland

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Nicht Mut zur Wahrheit sondern Angst für Deutschland – das ist das eigentliche Erfolgsrezept der AfD. Zunächst war es die Angst vor der Euro-Krise. Dann die Angst vor den Flüchtlingen. Jetzt ist es die Angst vor dem Islam. Mit moralischer Flexibilität und kalt berechneter Provokation reitet die AfD seit Gründung beharrlich jede Sau, die durchs politische Dorf getrieben wird. „Wir brauchen die Ängstlichen, um Mehrheiten zu bewegen. Die Ängstlichen sind nicht unsere Gegner, sondern genau genommen unsere Verbündeten„, erkennt auch Parteichefin Frauke Petry. Und schüttet lachend noch ein wenig Öl ins Feuer.

Aber ein Leben in Angst sind wir ja gewohnt. Schaut man sich beim Zeitungs-Kiosk um, entsteht schnell der Eindruck, das Ende der Welt sei nahe. Euro-Rettung, Kometen-Hagel und Terror-Gefahr. In großen Lettern wird der drohende Kollaps in immer neuen Variationen verkündet. Denn Angst macht Auflage. Welch ironische Wendung, dass eine Partei, die „Lügenpresse“ ruft, sich exakt der selben Mechanismen bedient. Bei der Wahl wird „Wahlbetrug“ gewittert, der „Große Austausch“ der Bevölkerung ist nahe und das Abendland geht unter. In bester Trump-Manier hat die AfD allein mit befremdlichen Talkshow-Auftritten und Beleidigungen die Medien erobert. Politik wird anscheinend überschätzt. Hauptsache man hat die Haare schön und teilt aus wie ein Trump. Wenn eine Talksendung bei ARD und ZDF mal ohne die AfD auskommt mache ich mittlerweile einen Sekt auf.

Haben Menschen Angst, gibt der Hypothalamus den Befehl zur Ausschüttung von Stress-Hormonen. Das Herz donnert, die Muskeln spannen sich an, der Mund wird trocken. Wir werden nervös, angespannt und unruhig. Die Mensch-Maschine ist bereit zur Flucht – oder zum Kampf. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wenn Panik uns ansteckt, werden wir zu Herdentieren. Laufen den einfachen Lösungen nach. Nach oben Buckeln, nach unten Treten. Wer nichts hat, hat immer noch Nationalstolz.

Wie kompetent und vertrauenswürdig ist eine Partei, die alle paar Monate das Pferd wechselt? Sind Minarette und zu viel NS-Zeit im Geschichtsunterricht wirklich die drängendsten Fragen unserer Zeit? Ist es an der Zeit, dass eine Partei mal endlich was gegen diese hohe Scheidungsrate tut? Ist Erbschaftsteuer Kommunismus? Solche Fragen stellt man der AfD nicht, ist ja viel besser über ihre Traum-Themen zu reden. Bringt auch mehr Quote. Ergebnis: Die CDU Sachsen will jetzt „mehr Patriotismus“ wagen. Identitäre Konzepte verfangen, wenn sozialer Zusammenhalt schwindet. Fahnen schwenken geht immer. Und den sozialen Zusammenhalt zu kitten wäre ja auch teurer als neue Plakate zu drucken. Das hat man bei der AfD gelernt.

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Wir sind gekommen, um zu bleiben, weil Deutschland uns braucht, so Frauke Petry beim Bundesparteitag der AfD in Stuttgart. Und wenn sie so lächelt wundert man sich nicht, dass Eko Fresh ihr auf Twitter schreibt „Du bist so sexy wenn Du lügst.“ Aus dem Munde ihres neuen Pressesprechers klingt das, was Deutschland aus AfD-Sicht braucht, schließlich so: Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde.“

Ich bin mir sehr sicher, dass Deutschland das nicht braucht.

Angst haben wir schon genug. 

4 thoughts on “AfD = Angst für Deutschland

  • Angst ist gut erklärt. Aber Angst fördert kein Handeln, sondern eher wegsehen, weglaufen, Teilnahmslosigkeit.
    Wir haben keinen Grund ängstlich zu sein. Im Gegenteil!
    Lasst uns die Angstmacher verjagen. Die Anwendung geltender Gesetze allein reicht bereits. Man muss nur den Mut haben sie umzusetzen.

  • Angst habe ich auch. Vor Allem vor dem, was sich da mit der AfD an der Spitze zusammenbraut. Ich denke, Angst sollten wir Alle haben.

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