19. Oktober 2012

Zur Person

MG-3818

Katharina Nocun ist Bürgerrechtlerin, Publizistin und Ökonomin. Sie leitete bundesweit Kampagnen zum Thema Datenschutz, Freie Software und Bürgerrechte, u.a. für die Bürgerbewegung Campact e.V., den Verbraucherzentrale Bundesverband, Mehr Demokratie e.V. und die Free Software Foundation Europe e.V.. Edward Snowden bedankte sich persönlich für die von ihr geleitete Kampagne „Asyl für Snowden“. Sie klagt derzeit gegen mehrere Überwachungsgesetze vor dem Bundesverfassungsgericht (u.a. die Reform der Bestandsdatenauskunft sowie die Vorratsdatenspeicherung) und erzwang mit einer Beschwerde bei der EU-Kommission ein neues Bundesdatenschutzgesetz. Sie ist Mitglied im Beirat des Whistleblower-Netzwerk e.V und Botschafterin für die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen. 2017 wurde sie von der Humanistischen Union Marburg und der Stadt Marburg für ihr zivilgesellschaftliches Engagement mit dem „Marburger Leuchtfeuer“ ausgezeichnet.

Nocun ist seit 2012 regelmäßig als Expertin für Datenschutz und digitale Demokratiebewegungen Gast in zahlreichen Fernsehformaten, darunter Lanz, Illner, Maischberger und 3nach9. Sie veröffentlicht zum Thema Datenschutz regelmäßig Beiträge in zahlreichen Medien, darunter Süddeutsche Zeitung, FAZ, Die Zeit und Der Freitag. Sie schreibt als Kolumnistin für das Handelsblatt. In ihren Blog kattascha.de setzt sie sich vor allem mit gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung sowie populistischen Bewegungen auseinander.

Katharina Nocun ist studierte Ökonomin und Politikwissenschaftlerin (M.Sc.). Ihre mit der Bestnote ausgezeichnete Abschlussarbeit an der Universität Hamburg setzte sich mit der Frage von Markteintrittschancen für dezentrale Soziale Netzwerke auseinander. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt vor allem Wettbewerbsfragen digitaler Märkte. Hierzu gehören etwa die Besonderheiten von Netzwerkeffekten und Plattformmärkten und Fragen der Standardisierung und Interoperabilität.

Katharina wurde 1986 in Tychy (Polen) geboren. Sie ist in Deutschland aufgewachsen.

14164240937_a9bbc69b4f_kBild: CC BY NC 2.0 Ruben Neugebauer / Campact

„“Wissen ist Macht”. Dieser Satz entfaltet mit Eintritt in die digitale Informationsgesellschaft seine volle Kraft. Die Frage, wer unsere Daten kontrolliert, ist tatsächlich eine der wichtigsten Fragen der Digitalisierung. Beim Datenschutz geht es nicht um den Schutz von Daten. Es geht um den Schutz von Menschen. Datenschutz bedeutet nicht, dass man keine Daten von sich preisgeben darf. Es geht darum, die Souveränität darüber zu behalten, welche Informationen wir mit wem aus freien Stücken teilen wollen. Diese essenzielle Freiheit ist längst zu einer wichtigen Voraussetzung für das Funktionieren moderner Demokratien geworden.

Es gibt nicht die eine „Digitalisierung“, sondern viele. Die Frage ist für welchen Weg wir uns entscheiden. Die Weichen für die vernetzte Zukunft werden heute gestellt. Die ökonomische Verwertungslogik hat mit neuen Geschäftsmodellen Einzug genommen in Lebensbereiche, die zutiefst privat sind. Die Konzentration großer Mengen privater Informationen in der Hand einiger weniger Konzerne bringt ein gewaltiges Machtgefälle mit sich. Durch den Zugriff von Behörden wird dieses auch auf das Verhältnis zwischen Staat und Bürger übertragen. Doch der gläserne Mensch macht die Demokratie zerbrechlich.“ – Katharina Nocun

Meine politische Arbeit

radiobremennocun

Ich habe Bürgerrechtsorganisationen in den letzten Jahren bei vielen Podiumsdiskussionen, Kongressen, Vorträgen und Workshops vertreten und für viele Online- und Printmedien zahlreiche Artikel und Beiträge zum Thema Datenschutz, elektronische Gesundheitskarte, ELENA und Arbeitnehmerdatenschutz, Vorratsdatenspeicherung, dezentrale Soziale Netzwerke, ACTA und digitale Bürgerrechte verfasst oder mit herausgegeben.

 

Auswahl von Radiobeiträgen:

Eine (unvollständige) Übersicht über Buchartikel und Beiträge zu Zeitschriften findet sich hier. Bilder zur freien Verwendung finden sich hier.

(1. Foto: cc-by-sa Miriam Juschkat)

1 thought on “Zur Person

  • Sehr geehrte Frau Nocun,

    vielen Dank für Ihren Beitrag
    „Was Du wissen solltest, bevor Du die AfD wählst“

    Die hier vorgestellten und (wie ich finde) auch passend kommentierten
    Auszüge aus dem Wahlprogramm der AfD führten bei mir als
    „fast-ein-AfD-Wähler“ zu dem Schluss:

    Die AfD werde ich NICHT wählen!
    Weil das was die wollen will ICH nicht.

    Werde mir das Parteiprogramm der (neuen Lucke-Partei)
    „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (ALFA)
    anschauen. Hoffe das die nicht so verbohrt sind wie die AfD.

    Für die gelungene Zusammenstellung nochmals herzlichen Dank.

    Und:
    Lassen Sie sich von den negativen Kommentaren bitte nicht beeinflussen –
    Sie leisten sehr gute Arbeit.

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