Zur Person

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Warum dieser Blog?

Unsere Demokratie ist heute so zerbrechlich wie nie zuvor. In ganz Europa sind rechte Parteien auf dem Vormarsch. In Deutschland brennen wieder Asylunterkünfte. Rechtsextreme sitzen im Parlament. Wir leben in unruhigen Zeiten. Für selbstverständlich gehaltene Errungenschaften werden von Ewiggestrigen in Frage gestellt. Wohin das führt sehe ich in meinem Geburtsland Polen. Dort hat die national-konservative PiS kritische Journalisten aus den öffentlich-rechtlichen Medien entfernt, die Unabhängigkeit der Justiz ausgehöhlt und die Versammlungsfreiheit eingeschränkt. Das dürfen wir nicht zulassen.
Der gläserne Bürger macht die Demokratie zerbrechlich. „Wissen ist Macht”. Dieser Satz entfaltet mit Eintritt in die digitale Informationsgesellschaft seine volle Kraft. Die Frage, wer unsere Daten kontrolliert, ist tatsächlich eine der wichtigsten Fragen der Digitalisierung. Beim Datenschutz geht es nicht um den Schutz von Daten. Es geht um den Schutz von Menschen. Die Konzentration großer Mengen privater Informationen in der Hand einiger weniger Konzerne bringt ein gewaltiges Machtgefälle mit sich. Durch den Zugriff von Behörden wird dieses auch auf das Verhältnis zwischen Staat und Bürger übertragen. Das Menschenrecht auf Privatsphäre darf nicht zum Luxusgut für gut betuchte verkommen. Grundrechte sind nicht zuletzt Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat. Und wer voll durchleuchtet wird, der kann nicht auf Augenhöhe verhandeln. Wer überwacht wird ist nicht wirklich frei.

Über Katharina Nocun

Katharina Nocun ist Bürgerrechtlerin, Publizistin und Ökonomin. Sie leitete bundesweit Kampagnen zum Schutz der Bürgerrechte, u.a. für die Bürgerbewegung Campact e.V., den Verbraucherzentrale Bundesverband, Mehr Demokratie e.V. und die Free Software Foundation Europe e.V.. Edward Snowden bedankte sich persönlich für die von ihr geleitete Kampagne „Asyl für Snowden“. Sie klagt derzeit gegen mehrere Überwachungsgesetze vor dem Bundesverfassungsgericht (u.a. die Reform der Bestandsdatenauskunft sowie die Vorratsdatenspeicherung) und erzwang mit einer Beschwerde bei der EU-Kommission ein neues Bundesdatenschutzgesetz. Sie ist Mitglied im Beirat des Whistleblower-Netzwerk e.V und Botschafterin für die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen. 2017 wurde sie von der Humanistischen Union Marburg und der Stadt Marburg für ihr zivilgesellschaftliches Engagement mit dem „Marburger Leuchtfeuer“ ausgezeichnet.

Nocun ist seit 2012 regelmäßig als Expertin für Datenschutz und digitale Demokratiebewegungen Gast in zahlreichen Fernsehformaten, darunter Lanz, Illner, Maischberger und 3nach9. Sie veröffentlicht zum Thema Datenschutz regelmäßig Beiträge in zahlreichen Medien, darunter Süddeutsche Zeitung, FAZ, Die Zeit und Der Freitag. Sie schrieb als Kolumnistin für das Handelsblatt. In ihren Blog kattascha.de setzt sie sich vor allem mit gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung sowie populistischen Bewegungen auseinander.

Katharina Nocun ist studierte Ökonomin und Politikwissenschaftlerin (M.Sc.). Ihr wissenschaftliches Interesse gilt vor allem Wettbewerbsfragen digitaler Märkte. Hierzu gehören etwa die Besonderheiten von Netzwerkeffekten und Plattformmärkten und Fragen der Standardisierung und Interoperabilität.

Katharina wurde 1986 in Tychy (Polen) geboren. Sie ist in Deutschland aufgewachsen.

14164240937_a9bbc69b4f_kBild: CC BY NC 2.0 Ruben Neugebauer / Campact

Politische Arbeit

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Eine (unvollständige) Übersicht über Buchartikel und Beiträge zu Zeitschriften findet sich hier. Bilder zur freien Verwendung finden sich hier.